Drucken
 

Pfarrer Johann Trescher weiht neue Urnengrabanlagen im Friedhof Bodenwöhr

22.10.2017

Einweihung der Urnengemeinschaftsanlage im Friedhof Bodenwöhr

 

Nach dem sonntäglichen Familiengottesdienst führte der Kirchenzug zum Friedhof auf der Klause. Anlass war der Abschluss der Erweiterung von zwei Bestattungsfelder und deren Weihe.

1. Bürgermeister Richard Stabl begrüßte vor dem neuen Stelenkreuz H. Hr. Pfarrer Johann Trescher, die Bevölkerung und die Festgäste zu dieser Einweihung der Anlagen. Er erinnerte daran, dass der Friedhof ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens und für Viele die Verbindung zu den Verstorbenen seien. Und damit auch Zeugnisse der Kulturgeschichte eines Landes oder Ortes. Friedhöfe gehören zur Gemeinde und es ist eine wichtige Aufgabe diese Bereiche zu haben und zu erhalten. Jede Gemeinde hat das Bedürfnis ihren Toten Respekt zu erweisen. Zu dieser Erweiterung haben sich die Verantwortlichen die Aufgabe gestellt den Friedhof mit weiteren Begräbnisfeldern zu erweitern, vor allem vor dem Hintergrund der Anforderungen an neue und moderne Bestattungsformen nachzukommen. Nun stünden mit der Erweiterung zwei ansprechende Plätze zur Verfügung.

 

„Friedhöfe liegen nicht nur häufig in geographischen, sondern auch in emotionalen Randlagen“, so Stabl. Friedhöfe mahnen an unsere Sterblichkeit, obwohl wir doch mitten im Leben stehen. Ist ein nahestehender Mensch gestorben, dann hilft es vielen, einen Ort zu wissen, der für Trauer und Erinnerung bestimmt ist. Es hilft uns bei der Trauerarbeit, zum Friedhof zu gehen, einen Ort zu haben, dem Verstorbenen sich nahe zu fühlen, mit ihm Zwiesprache zu halten oder der uns zum stillem Gedenken oder Gebet einlädt.

Friedhöfe sind stille Oasen im lauten Getriebe der Zeit. Sie bieten Raum, sich seinen Gefühlen zu überlassen, sie bieten aber auch die Ruhe, sich wieder zu fassen. Abgeschirmt vom lauten Alltagsgeschehen, lenken sie den Blick nach innen und richten die Gedanken auf unveränderliche, christliche Werte.

Was die Menschen anspricht, mag mal ein aufwendig gestaltetes Grabmal sein und mal eine betont schlichte Grabstätte. Die neuen Friedhofsanlagen hier auf der Klause werden den Wünschen der Betroffenen sicherlich entgegenkommen. Mögen diese zu einer friedlichen Ruhestätte und einem Ort der Erinnerung wie auch des Trostes werden.

Dann bedankte sich Stabl bei allen beteiligten Firmen und nach einem Choral der Musikkapelle des Musikvereins Bruck bat er Pfarrer Johann Trescher um die Weihe der Anlage.

 

Dieser ging auf die Historie der Urnenbestattung ein, bedankte sich bei der Gemeinde Bodenwöhr für die Errichtung der Anlage. Es sind sehr schön gestaltete Bereiche für eine würdige Bestattung. Anschließend segnete er die beiden Bereiche in Begleitung der anwesenden Gemeinderäte und der verantwortlichen Mitarbeiter der Gemeinde Bodenwöhr.


Zum Abschluß der Einweihung ging 1. Bürgermeister Stabl nochmals auf die Entstehung und die Beschreibung der Anlagen ein:

 

Grundgedanke
Vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Bezug auf das Bestattungswesen in Bodenwöhr hatte sich 2012 der Gemeinderat grundsätzlich dazu entschlossen, den bisherigen Friedhof Bodenwöhr nach Westen zu erweitern und im bestehenden Friedhof weitere Felder mit weiteren Bestattungsformen (Urnenstele, Urnenerdbestattungen, anonyme und Bestattung von Sternenkinder) zu errichten. Priorisiert wurde dabei die Erweiterung im bestehenden, 1995 eingeweihten Friedhofs.

 

Konzeption

Um diesen Entscheidungen und Entwicklungen gerecht zu werden, erfolgten zwei Exkursionen zu den Friedhöfen der Kommunen im Umkreis, aber auch in Nürnberg und in Kulmbach.

Sehr positive Beispiele, die auch im Friedhof Bodenwöhr verwirklicht wurden, fanden sich im Westfriedhof in Nürnberg. Dies waren

- Stelen mit Urnennischen

- Urnengemeinschaftsgrabanlagen

- Urnenerdgräber (wird bereits praktiziert)

- Gemeinschaftsgrabanlage sog. Sternenkinder

- Flächen für anonyme Bestattungen

Weniger gute Erfahrung, was nicht unerwähnt bleiben soll, hat die Friedhofsverwaltung in Nürnberg mit Urnenwänden wegen hoher Instandhaltungskosten gemacht.

 

Bei der Konzeption miteinbezogen wurden die Gebühren für die unterschiedlichen Bestattungsformen, da den Hinterbliebenen die Möglichkeit gegeben werden soll, nicht nur zwischen der Bestattungsform, sondern dadurch auch zwischen der Höhe der Grabgebühr wählen zu können.

 

Innerhalb der beteiligten Gremien erfolgte nach mehreren Vorschlägen durch das Landschaftsarchitekturbüro Rembold die Zielsetzung einer dezentralen Lösung:

 

  • Beim großen Friedhofskreuz: Die Gemeinschaftsgrabanlage für sog. Sternenkinder (Totgeburten) und anonyme Urnenerdbestattungen
  • Urnenanlage:
    • Urnengemeinschaftsgrabanlagen
    • Urnen-Kreuz-Stele mit optionaler Erweiterungsmöglichkeit

 

Die Konzeption und die Zielrichtung wurden in den Abstimmungsgesprächen mit dem einberufenen Gremium - bestehend aus Vertretern der Kirche sowie der Gemeinde – inklusive einer Informationsveranstaltung für Bürger, diskutiert, hinterfragt, abschließend festgelegt und im Gemeinderat beschlossen.

 

Gestaltung und Materialauswahl

Anonyme Bestattung und Sternenkinder beim Metallkreuz

Zum einen die Bereiche der Anonymen und der Bestattung von Sternenkindern, die rund um das hohe Metallkreuz errichtet wurden, verbunden mit einem Gedenkstein aus heimischen Granit mit aufgesetzter Graugussplatte. Dessen Inschrift enthält den Spruch von Papst Johannes XXIII, der aus einer Reihe von Sprüchen ausgesucht wurde: „Unser Toten gehören zu den Unsichtbaren, aber nicht zu den Abwesenden“.

Die strahlenförmige Parzellierung der Flächen, Grabfelder und des Weges symbolisieren den Eintritt bzw. die Hoffnung auf ein anderes Leben. Hier können insgesamt 32 Parzellen mit einer Fläche von ca. 0,5qm untergebracht werden. Dabei wurden die Rand- und Absatzbereiche mit entsprechender Bepflanzung versehen

 

Urnenbestattung
Diese Grabanlage umfasst zwei kreisrunde Felder als Urnengemeinschaftsgrabanlage und einer Urnen-Kreuz-Stele mit einer max. Anzahl von 72 Urnen.

Urnengemeinschaftsgrabanlage

Die beiden Urnengemeinschaftsgrabanlagen sind für je zwölf Urnen bei Einzelbelegung bzw. 24 Urnen bei Doppelbelegung (insgesamt bis zu 48 Urnen) mit dauerhafter Bepflanzung ausgestattet. Der Zugang zu diesem Bereich wird durch einen Rosenbogen mit beidseitig fortgesetzter Pflanzfläche betont.

 

Urnen-Kreuz-Stele
Die Urnen-Kreuz-Stele fasst sechs Doppelkammern für bis zu 24 Urnen und kann bei Bedarf an weiteren oberirdischen Bestattungsplätzen links und rechts der Kreuz-Stele optional durch Einzelstelen erweitert werden.

Die Kreuz-Urnen-Stele, bestehend aus zwei Granitscheiben (Thansteiner Granit) mit je drei eingesetzten Urnenkammern (Nero Impala) und einem aufgesetzten Metallkreuz, bildet das Zentrum dieses Bestattungsareals.

Die Beschallungsanlage umfasst insgesamt 6 Lautsprecher, die auf die Fläche des Friedhofs verteilt sind.

 

Lautsprecheranlage

Die Beschallungsanlage umfasst insgesamt 6 Lautsprecher, die auf die Fläche des Friedhofs verteilt sind. Die Zentraleinheit umfasst ein Schranksystem auf Modulbauweise die die Einspielanlage, den Verstärker, die Empfangseinheiten, das Antennensystem und die Mikrofone beinhalten. Die Anlage ist bereits so beschaffen, dass weitere Bauteile für die Erweiterung des Friedhofs ergänzt werden können.

 

Investitionskosten

Die Gemeinde Bodenwöhr hat in die Anlagen ca. 90.000 € investiert.

 

Beteiligte Firmen:

Herr Franz Rembold und Frau Christine Pschorn
Freier Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, Windpaißing 8, 92507 Nabburg

Garten- und Landschaftsbau GmbH,
Eduard Punzmann, Lindenhof 4, 92670 Windischeschenbach

digitech GmbH & Co. KG, Thomas Reitmeier, Martinsplatz 3, 94265 Patersdorf

Eduard Aumer, Dipl.-Ing.(FH), AUMER URNENDOM,
Ernst-Stock-Ring 4; 93080 Pentling-Großberg

Herrmann Granit und Naturstein GmbH, Krähhof 1, 92554 Thanstein- Kulz

Elektro Ruder, Robert Ruder, Kirchweg 1, 92439 Bodenwöhr

Fronberg Guss GmbH, Maximilianstr. 13, 92421 Schwandorf

Bauhof der Gemeinde Bodenwöhr, Föhrenstraße 3, 92439 Bodenwöhr

 

Reservierungen von Urnengräber

Schriftliche Reservierungen für Urnengräber können bei der Gemeinde Bodenwöhr vorgenommen werden.

Bitte sprechen Sie Frau Helga Zwerenz an:

Telefon: 09434 9402-16 oder h.zwerenz@bodenwoehr.de

 

 
Veranstaltungen
 

Nächste Veranstaltungen:

24.11.2017 - 18:00 Uhr
 
25.11.2017 - 18:00 Uhr
 
26.11.2017 - 13:30 Uhr
 
 
 
Kontakt
 

Gemeinde Bodenwöhr

Schwandorfer Str. 20

92439 Bodenwöhr

Tel: 09434/94020

Fax: 09434/940220

 
 
Öffnungszeiten
 

Montag - Freitag:

08:00 - 12:00 Uhr

Montag:

14:00 - 16:00 Uhr

Donnerstag:

14:00 - 17:30 Uhr